Die Mundhygiene gehört zu den wichtigsten täglichen Routinen. Zahnärzte empfehlen: „Zähne zweimal täglich putzen“, und viele Menschen nehmen das sehr ernst. Doch was ist mit denen, die nach jeder Mahlzeit oder sogar noch häufiger putzen? Kann man es mit der Zahnpflege übertreiben? Kann zu häufiges Zähneputzen den Zähnen schaden?
Diese Frage ist wichtiger, als sie zunächst scheint. Zwar ist Sorgfalt bei der Reinigung lobenswert, doch einige Gewohnheiten können mehr schaden als nützen. Im Folgenden erklären wir, wann Zähneputzen zu viel wird, welche möglichen Folgen es hat und wie man seine Zähne sicher pflegt.
Wie oft sollte man die Zähne putzen?
Nach den meisten Zahnärzten und Fachgesellschaften gilt: Optimal ist es, die Zähne zweimal täglich zu putzen – morgens und abends, jeweils mindestens zwei Minuten.
Das abendliche Zähneputzen ist besonders wichtig, da sich nachts weniger Speichel im Mund befindet und Bakterien sich leichter vermehren können. Morgens entfernen wir Beläge und sorgen für frischen Atem. Zusätzliches Zähneputzen nach den Mahlzeiten ist nicht verboten, aber es gibt Situationen, in denen es schädlich sein kann.
Ist häufiges Zähneputzen schädlich?
Ja – wenn es zu oft und/oder auf falsche Weise geschieht. Das Putzen an sich ist nicht schädlich, problematisch wird es jedoch, wenn:
- mehr als 3-mal täglich ohne Notwendigkeit geputzt wird
- eine zu harte Zahnbürste verwendet wird
- zu viel Druck ausgeübt oder „geschrubbt“ wird
- direkt nach säurehaltigen Speisen oder Getränken geputzt wird
- stark abrasive Zahnpasten (hoher RDA-Wert) regelmäßig verwendet werden
In solchen Fällen kann übermäßige Zahnpflege zu Zahnschmelzabrieb, Zahnfleischrückgang und Überempfindlichkeit führen.
Was passiert bei zu häufigem Zähneputzen?
1. Abnutzung des Zahnschmelzes
Der Zahnschmelz ist sehr hart, aber nicht unzerstörbar. Häufiges Putzen mit abrasiven Zahnpasten oder zu harten Bürsten kann ihn langsam abtragen. Dadurch werden die Zähne empfindlicher und anfälliger für Karies.
2. Zahnfleischschäden
Zu starkes Bürsten (vor allem horizontale „Schrubbbewegungen“) kann zu Zahnfleischrückgang führen. Dadurch werden empfindliche Zahnhälse freigelegt.
3. Überempfindlichkeit
Die Folge sind Schmerzen bei Kälte, Wärme, Süßem oder Berührung. Zahnempfindlichkeit kann sehr unangenehm sein und eine Behandlung erfordern.
4. Störung der Mundflora
Im Mund befinden sich auch nützliche Bakterien. Zu intensive Hygiene (z. B. übermäßige Nutzung antibakterieller Mundspülungen) kann das Gleichgewicht der Mundflora stören und paradoxerweise Infektionen begünstigen.
Wann sollte man nach dem Essen die Zähne putzen?
Die Empfehlung „nach jeder Mahlzeit putzen“ ist nicht grundsätzlich falsch, hat aber eine wichtige Einschränkung: Nicht direkt nach dem Verzehr säurehaltiger Lebensmittel oder Getränke wie Orangensaft, Zitrusfrüchte, Wein, Kaffee oder Softdrinks.
Säure macht den Zahnschmelz weich, und sofortiges Putzen kann ihn beschädigen. Es sollte mindestens 20–30 Minuten gewartet werden, bis der Speichel die Säuren neutralisiert und den Schmelz remineralisiert hat.
Wie oft ist Zähneputzen sicher?
Empfohlene Routine:
- 2× täglich: morgens und abends
- zusätzlich nach Mahlzeiten – nur wenn notwendig
- mindestens 20 Minuten nach säurehaltigem Essen warten
- Zahnzwischenräume 1× täglich reinigen (Zahnseide oder Munddusche)
- Mundspülung: 1–2× täglich, möglichst alkoholfrei
Kann man dreimal täglich Zähne putzen?
Ja – sofern es korrekt und ohne übermäßige Kraft geschieht. Ein drittes Putzen kann sinnvoll sein, z. B. nach dem Mittagessen oder nach dem Sport, wenn der Mund trocken ist. Wichtig ist die richtige Zahnbürste (z. B. eine weiche Schallzahnbürste), eine sanfte Zahnpasta und eine korrekte Technik.